Klare Trennung bitte!
Oktober 9th, 2008Gestern war wohl im Fernsehen der Abend der Gene. Zunächst wurde bei Günter Jauch die Internetgenanalyse auf die Schippe genommen. Ein Humangenetiker brachte mit einem Hauch Humor die angeblich nur gering ausgeprägte verbale Intelligenz vom Moderator zum Ausdruck, einer Darmkrebspatientin wurde nur ein gering erhöhtes Risiko für Darmkrebs attestiert ein 95-jähriger sollte eine durchschnittliche Lebenserwartung haben. Was sagt uns dies jetzt? Die ohne ärztliche Beratung erstellte Internetanalyse ist ihr Geld nicht wert. Aber darf man deshalb die prädiktive Genanalyse in diesen Topf werfen? Sicher nicht! Der 95 jährige lebt seit mehr als 50 Jahren optimal, er raucht nicht, treibt Sport ernährt sich perfekt. Er zeigt gerade wie man durch ideale Lebensweise viel mehr aus sich und seinen Genen herausholen kann. Die Darmkrebspatientin hat eine auf einem Gen verankerte Erkrankung und nicht ein grundsätzliches Risiko - wir sind also eher bei der Gruppe der Erbkrankheiten. Anschließend noch im ARD ein Beitrag gute Gene - Schlechte Gene.
Auch hier wird wieder die Internetanalyse zu Recht als Abzocke bezeichnet. Allerdings wurde vom befragten Humangenetiker nur die Erbkrankheit als eine lohnenswerte Analyse betrachtet. Dazu muss man wissen, dass ein Humangenetiker in der Regel nicht praktisch als Arzt tätig ist. Er hat keine Ausbildung in der Präventionsmedizin und betrachtet fast ausschließlich Erbkrankheiten. Er hat also keine Kompetenz in dem von ihm beurteilten Gebiet. Gerade aus diesem Grunde ist es wünschenswert eine klare Trennung zu erreichen: zwischen Erbkrankheit - dies soll gerne weiterhin der Humangenetiker betreuen - und der prädiktiven Genanalyse - in den Händen kompetenter Präventionsmediziner